NLP einfach erklärt
Was ist NLP?

NLP steht für Neurolinguistisches Programmieren.
Es beschäftigt sich mit einer einfachen Frage: Wie entsteht das, was ein Mensch denkt, fühlt und tut?
Es gibt immer mehr als eine Möglichkeit.
Was ist NLP – einfach gesagt?
NLP steht für Neurolinguistisches Programmieren. Es untersucht, wie Menschen ihre Erfahrungen wahrnehmen, innerlich ordnen und mit Bedeutung verbinden.
Dabei geht es um Wahrnehmung, Sprache und innere Verarbeitung. Also darum, wie ein Mensch Erlebnisse einordnet und welche Schlüsse er daraus zieht.
NLP ist weder Psychotherapie noch medizinische Behandlung. Es ist ein Ansatz, der Wahrnehmung, Kommunikation und persönliche Veränderungsprozesse verständlich macht.
Wo die Grenze zwischen Coaching und Psychotherapie liegt, erfahren Sie auf der Seite Coaching oder Psychotherapie?
Einfach gesagt: NLP hilft dabei zu verstehen, wie ein Mensch seine innere Erfahrung erzeugt – und was sich daran verändern lässt.
Wie aus Wahrnehmung Erfahrung entsteht
Ein Kind lernt ein Wort nicht nur mit dem Kopf.
Vielleicht bekommt es zum ersten Mal ein Eis. Es spürt die Kälte auf der Zunge, schmeckt die Süße, sieht die Farbe und hört dabei eine vertraute Stimme.
All das geschieht in einem einzigen Moment.
Das Wort „Eis“ verbindet sich deshalb nicht nur mit einer Sache. Es verbindet sich auch mit einem Gefühl, einem Bild und einer Körpererfahrung.
So entstehen nach und nach innere Bedeutungen.
NLP interessiert sich dafür, wie solche Erfahrungen im Menschen gespeichert, verbunden und später wieder aufgerufen werden.
Genau dieser Bereich menschlicher Erfahrung steht im Mittelpunkt von NLP: wie ein Mensch wahrnimmt, wie er Informationen ordnet, welche Schlüsse er daraus zieht und wie er auf dieser Grundlage handelt.
Womit NLP nicht arbeitet
NLP arbeitet mit Erfahrungen, die ein Mensch in seinem Leben wahrnimmt, verarbeitet und verändern kann.
Es beschäftigt sich nicht mit früheren Leben, jenseitigen Ebenen oder spirituellen Deutungen.
Solche Vorstellungen werden weder bewertet noch verneint – sie gehören lediglich nicht zum praktischen Arbeitsbereich von NLP.
Der Mensch befindet sich immer im Hier und Jetzt
Oft heißt es, ein Mensch sei „nicht im Hier und Jetzt“.
Körperlich ist das allerdings schwierig. Ein Bein in der Vergangenheit und eine Hand schon in der Zukunft wären auf Dauer eher unpraktisch.
Der Körper befindet sich immer in diesem Moment. Auch die Sinne nehmen wahr, was gerade geschieht.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Ist ein Mensch im Hier und Jetzt?
Sondern: Worauf stützt er sich, wenn er diesen Moment deutet?
Auf frühere Erfahrungen, alte Ängste und vertraute Schutzreaktionen?
Oder auf das, was er in Zukunft gestalten möchte?
Die Gegenwart ist da. Entscheidend ist, aus welcher inneren Richtung ein Mensch ihr begegnet.
Was bedeutet Bewusstseinserweiterung
aus Sicht von NLP?
Der Begriff „Bewusstseinserweiterung“ klingt schnell geheimnisvoll.
Manche denken dabei an außergewöhnliche Zustände, mystische Erfahrungen oder an etwas, das nur mit sehr speziellen Mitteln erreichbar ist.
Aus Sicht des NLP ist es deutlich praktischer.
Es geht nicht darum, das Bewusstsein in eine andere Welt zu versetzen. Es geht darum, die eigene Wahrnehmung zu erweitern.
Ein Mensch beginnt, dieselbe Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Er erkennt mehr Zusammenhänge, mehr Deutungen und mehr Möglichkeiten zu handeln.
Die Wirklichkeit bleibt dabei dieselbe. Nur der innere Blick darauf verändert sich.
Und genau dadurch entsteht mehr Handlungsspielraum.
Wenn ein Mensch beginnt, die eigenen Gedanken, Gefühle und Reaktionen bewusster wahrzunehmen, entsteht innere Orientierung.
Nicht jede Antwort ist sofort da. Aber es wird klarer, welche Richtung wirklich zur eigenen Person passt.
Mehr dazu finden Sie auf der Seite Persönliche Neuorientierung
Für diese Form der Bewusstseinserweiterung muss man übrigens keinen Zauberpilz essen. Manchmal reicht es schon, die eigene Sichtweise zu überprüfen.
Wie entsteht unsere gewohnte Art zu denken?
Ein Kind kommt nicht mit einer fertigen Bedienungsanleitung für das Leben zur Welt.
Es beobachtet, hört zu, probiert aus und zieht seine ersten Schlüsse. So entsteht nach und nach eine frühe Version des Ichs.
In vielen psychologischen Erklärungen stehen dabei vor allem Mutter und Vater im Mittelpunkt. Ihr Einfluss ist selbstverständlich groß. Aus meiner Sicht ist es jedoch zu kurz gedacht, die Entwicklung eines Menschen fast ausschließlich auf die Eltern zurückzuführen.
Ein Kind begegnet nicht nur seiner Familie. Es begegnet Lehrern, anderen Kindern, fremden Menschen, Räumen, Gegenständen, Regeln, Bildern und Situationen.
Selbst eine kurze Begegnung kann einen Eindruck hinterlassen und die Sicht auf die Welt verändern.
Zum Glück
arbeitet das Leben nicht ausschließlich mit der Funktion „Kopieren und Einfügen“. Es bringt neue Menschen, neue Erfahrungen und damit immer wieder die Möglichkeit, anders zu entscheiden.
Auf die gesamte Familiengeschichte wollen wir hier trotzdem nicht näher eingehen.
Sonst sitzen wir gleich mit drei Generationen am Tisch – und eigentlich geht es gerade um etwas anderes.
Ein kurzer Blick auf die historischen Wurzeln
Zu den historischen Einflüssen des NLP gehören neben der Gestalttherapie auch familienbezogene und systemische Ansätze.
Richard Bandler und John Grinder modellierten unter anderem die Arbeit von Fritz Perls und Virginia Satir.
Satirs Arbeit mit Familienbeziehungen und Familienskulpturen gehört zugleich zu den wichtigen Entwicklungslinien späterer systemischer Aufstellungsarbeit.
Wenn bei einem Anliegen vor allem familiäre Rollen oder über Generationen wirkende Dynamiken im Mittelpunkt stehen, empfehle ich die systemische Aufstellungsarbeit meiner Kollegin Jasmin Hesbacher.
Die frühe Version des Ichs ist kein Fehler. Sie ist ein Entwurf.
Eine Raupe ist schließlich kein misslungener Schmetterling. Sie befindet sich einfach in einer früheren Entwicklungsphase.
Schwierig wird es erst, wenn ein Mensch viele Jahre später noch mit derselben inneren Betaversion arbeitet – und sich wundert, warum manche Situationen immer gleich enden.
Der Beobachter und der Beobachter des Beobachters
Ein Mensch erlebt die Welt zunächst so, wie er es gewohnt ist.
Er reagiert schnell, deutet Situationen auf vertraute Weise und nennt das irgendwann seinen Charakter.
„So bin ich eben“ ist dabei eine ausgesprochen praktische Erklärung. Sie spart Zeit, Nachfragen und gelegentlich sogar Entwicklung.
Aus Sicht von NLP lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten. Dann beobachtet ein Mensch nicht mehr nur, was um ihn herum geschieht. Er beginnt auch wahrzunehmen, wie er selbst darauf reagiert.
Welche Gedanken tauchen sofort auf?
Welche Gefühle übernehmen die Führung?
Und ist das wirklich die einzige mögliche Reaktion – oder nur die bekannteste?

